Architekturzentrum Wien  
 

 
 
15. Wiener Architektur Kongress
Chinaproduction

Veranstaltungsort: Architekturzentrum Wien - Podium
Kongress: Samstag, 24. November 2007, 13 - 21 Uhr
Tickets: EUR 9,50 / ermäßigt EUR 7.50

13:30 - 14:30 Uhr
JIANFEI ZHU
Geboren 1962; Studium der Architektur in China und Großbritannien; Doktorat University College London; Professor an der Universität Melbourne, Gastprofessor an der Universität Peking; Gastredakteur von Time + Architecture, Shanghai.

Publikationen: Chinese Spatial Strategies: Imperial Beijing 1420-1911; zahlreiche Artikel zur zeitgenössischen chinesischen Architektur und kritische Untersuchungen der Beziehungen zwischen China und Europa, mit besonderem Augenmerk auf Peking, moderne chinesische Architektur und chinesisch-europäische Berührungspunkte. Aktuelle Forschung über Modernisierungen der Formgebung von Architektur und des Städtebaus in China zwischen 1729 und 1911 sowie zu ausgewählten Zeitpunkten der 1930er, 50er, 80er und 90er Jahre. Schlüsselthemen sind der Wechsel von Tradition zur Moderne im Bauwesen (speziell im Städtebau), Unterschiede zwischen chinesischer Renaissance und Tradition, der Einfluss des Westens auf China sowie dessen neu hervortretende urbane Strukturen.

“CHINA ALS GLOBALER ORT:
NOTIZEN ZU EINER KRITISCHEN GEOGRAFIE DES DESIGNS”
1967-78 erfuhren China und sein Bauwesen eine drastische, nachhaltige Öffnung. Obwohl schon 30 Jahre alt, beeinflussen die herausfordernden Veränderungen dieser Periode nach wie vor die fluktuierenden Beziehungen zwischen chinesischen und auswärtigen Architekten. Was trug sich wirklich zu in diesem Austausch von Ideen und Wissen zwischen China und Europa, Asien und der westlichen Welt? Dieser Vortrag präsentiert jüngste Überlegungen zu diesem Thema aus historischer und geo-globaler Perspektive.


14:30 - 15:30 Uhr
KAI CUI
Geboren 1957; Architekturstudium und Abschluss an der Universität Tianjin; Vizepräsident und vorsitzender Architekt der Gruppe Architektur, Design und Forschung China, Peking; Vizepräsident der Architekturvereinigung China; Vizedirektor der nationalen Architektenkammer China; Berater der städtischen Regierung Pekings; Teilprofessur an den Universität Tianjinen und Nanking.
Ausgewählte Projekte: Feng Ze Yuan Hotel, Peking; Bürogebäude der Presse für auswärtige Studien und Forschung, Peking; Yifu Gebäude der Universität für auswärtige Studien, Peking; Internationales Konferenzzentrum der Presse für auswärtige Studien und Forschung, Peking; Museum der Hauptstadt, Peking; Bürogebäude Songshan Lake Commercial Office Place, Dongguan, Provinz Guangdong; Desheng Noble Town Office Place, Peking; Focus Gebäude, Peking; ScienTech Innovationszentrum der Universität Tsinghua, Peking; Yinxhu Museum; Bahnhof Lhasa, autonome Region Tibet; Chinesische Botschaft und Konsulate in Südafrika; Internationales Bürogebäude Ningbo, Zhejiang Provinz; Shandong TV und Rundfunkgebäude, Jinan, Provinz Shandong.
Forschung: Städtebauliche Studie zum zentralen Tangshan Wirtschaftsgebiet. Ökologisch bewusste Planung und Erneuerung des Campus der Universität für auswärtige Studien Peking und der Kunstuniversität Nanking.
Preise: 1997 bester nationaler Technik- und Wirtschaftsbediensteter; 1998 Experte, berechtigt zu besonderen staatlichen Zuschüssen; 2000 staatlicher Designmaster; 2003 French Literary and Art Cavalier Medal; 2006 Lian Sicheng Architekturpreis

“LOKALE IDENTITÄT UNTER DEM WASSERFALL DER GLOBALISIERUNG”
Die Jahrtausendwende läutete eine neue Ära im Städtebau Chinas ein, so zum Beispiel die Öffnung des Designmarkts für internationale Architekten. In der Folge wurden internationale Wettbewerbe veranstaltet, die so oft von auswärtigen Architekten gewonnen wurden, dass China heute als ein Hauptspielort und eine Art Testboden für internationale Architekten und internationales Design betrachtet werden kann. Mit der Ausweitung von vernetzter digitaler Technologie können die neuen Trends der Architektur bis in alle Ecken des alten Reichs transportiert werden. Das Verfolgen eines modernen Lifestyles macht originelle Architektur zu einem Konsumprodukt. Diese Veränderungen im Gewebe einer einzigartigen historischen Zivilisation, mit Städten reich an kulturellem Erbe, werfen die Frage nach Aufgabe und Verantwortung zeitgenössischer chinesischer Architekten auf. Die Antwort findet sich in unserer alltäglichen Arbeit: dem Bewahren des traditionellen Charakters der Architektur, der Ausweitung des städtischen Bereichs, dem Kreieren einer lokal geprägten Kultur und dem Bewusstwerden unserer eigenen Werte.


16:00 - 17:00 Uhr
PEI ZHU
Geboren 1962; Studium und Master in Architektur an der Universität Tsinghua, China; MA in Architecture and Urban Design University of California, Berkley, USA; Designleiter und Gründer von Studio Pei Zhu; Gewinner von etlichen bedeutenden staatlichen und internationalen Wettbewerben; Vorträge an vielen Schulen in den USA, Europa und China; internationale und chinesische Publikationen.
Mitglied der Austellungen: “Alors, la Chine”, Centre Pompidou, Paris; Biennale Sao Paulo; “Chinese contemporary architecture”, Rotterdam; Biennale Peking.
Preise: Preis der zehn einflussreichen Architekten Chinas; Preis Chinesischer Architekturrekord
Ausgewählte Projekte: Digital Beijing, Peking; Guggenheim Kunstpavillion, Abu Dhabi; Blur Hotel, Peking; Verlagshaus, Peking; Guggenheim Museum, Peking; Urban Incubator, Peking; Ningbo Bücherstadt, Ningbo; Stadtbau Büro Shenzen, Shenzen

“BRUTKÄSTEN DER STADT – URBAN INCUBATORS”
Das Peking der Gegenwart ist zu einem städtischen Archipel geworden, einer Ansammlung von isolierten Stadtinseln, jede mit ihrem eigenen Charakter. In einem ausgedehnten urbanen Meer schwimmend stellt jede eine Stadt in der Stadt dar, die von neuen Stadtmauern – Pekings überdimensioniertem Straßennetz – begrenzt wird. Tatsächlich aber ist im Grunde kein Bauwerk isoliert, egal ob es in einem historischen oder modernen Kontext situiert ist. Jedes neue Gebäude sollte ein neues System darstellen, welches in die bestehende Umgebung eingebunden wird, um die Stadt zu beleben und zu verjüngen. Meine Präsentation wird den Charakter dieser verschiedenen Inseln ermitteln, wobei einzelne Projekte als Beispiele und Vorschläge genommen werden, um festzustellen, wie die städtebauliche Zukunft beeinflusst werden könnte, um eine besser vernetzte und lebendigere Stadt zu gestalten. Jedes Projekt ist in einem unterschiedlichen Kontext situiert, von geschichtsträchtig über “neue” alte Gebäude der Volksrepublik China bis zu modern kosmopolitisch.


17:00 - 18:00 Uhr
MINGXIAN WANG
Geboren 1954; Chefredakteur von Building Review; Vizedirektor des Instituts für Forschung in der künstlerischen Architektur der Chinesischen Kunstakademie, Forschungsspezialgebiete: Architekturästhetik, zeitgenössische chinesische Architektur, Kunstgeschichte des modernen Chinas; Mitglied der Ausstellung Moderne Kunst China PC 1989; Generalsekretär der zeitgenössischen künstlerischen Architekturausstellung, UIA Architektenkongress 1999; Kurator des chinesischen Pavillon der 51. Internationalen Architektur Biennale Venedig; Kurator der “Exhibition of Experimental Works of Young Chinese Architects.”
Publikationen: Chinesische Architekturästhetik; Neue Kunstgeschichte Chinas: 1966-1976

“VIELFALT UND KOMPLEXITÄT CHINESISCHER KUNST UND ARCHITEKTUR”
Die chinesische Architektur und die chinesischen Städte haben sich in den letzten Jahrzehnten signifikant verändert. Die Architektur der zeitgenössischen chinesischen Städte sollte jedoch weder ein Wiederkehren der westlichen Moderne darstellen, noch eine neue Version von traditionellen und historischen Bauweisen und Design. Die Vielfalt und Komplexität zeitgenössischer kultureller Phänomene, die sich rapide im urbanen Bereich ausbreiten, stellen eine Herausforderung für Architekten dar. Es gilt, sich mit dem modernen Kontext abzufinden, anstatt ihn zu umgehen oder zu ignorieren. Ein Dilemma dieser Art, in dem Raum sich mit den komplexen Stratifizierungen der älteren und jüngeren Geschichte verstrickt, ist einzigartig in der chinesischen Vergangenheit. Eine den unterschiedlichsten Umgebungen und Zeitperioden ausgesetzte Architektur wird zum Austragungsort von Konflikten: so stellt sich die Realität der chinesischen Städte der Gegenwart dar. Durch schnelle urbane Erneuerungsprozesse präsentieren sich chinesische Städte als Gesamtbaustellen, wodurch sie sich auch von westlichen Städten unterscheiden, die in dieser Hinsicht stabiler sind. Weitere Herausforderungen sind die endlos scheinenden Möglichkeiten bei gleichzeitiger Unsicherheit der Ergebnisse, wobei anzunehmen ist, dass die Hochgeschwindigkeits-urbanisierung bestehende Lebensmuster zerwirft. Es ist Aufgabe der Architekten, unter diesen schwierigen Bedingungen nach Lösungen zu suchen. Die so entstehende Architektur wird die Energie und Lebendigkeit dieses Prozesses widerspiegeln und eine einzigartige Ästhetik für chinesische Städte schaffen.


18:30 - 19:30 Uhr
SHU WANG
Geboren 1963; 1998 Gründer des Amateur Architecture Studio, Hangzhou, China; Professor und Vorstand des Instituts für Architektur der Chinesischen Kunstakademie, Hangzhou, China.
Ausgewählte Projekte: Neuer Campus der Chinesischen Kunstakademie in Hangzhou; Museum für Zeitgenössische Kunst, Ningbo; Vertikales Wohnprojekt, Hangzhou; Bibliothek der Universität Wenzheng, Suzhou; The Room with a View (Upper Floor Gallery), Shanghai.
Wichtigste Ausstellungen: Chinesischer Pavillion der 10. Architektur Biennale Venedig (2006); China Contemporary, NAI, Rotterdam (2006); Internationale Praktische Architekturausstellung China, Nanking (2003-2006); „Alors, La Chine“, Centre Pompidou, Paris (2003); TU MU-Young Architecture of China, AEDES Galerie, Berlin; Ausstellung Experimenteller Werke junger chinesischer Architekten, UIA Kongress, Peking

“DENKEN MIT HÄNDEN – DIE REKONSTRUIERUNG LEBENDIGER ORTE IN ZERFALLENDEN TRADITIONELLEN STÄDTEN”
In ganz Asien, jedoch speziell in China, steht der unmittelbare völlige Zerfall der traditionellen Stadtstrukturen bevor. Dieser Zerfall geht Hand in Hand mit groß angelegten städtebaulichen Projekten und Umstrukturierungen. Die zeitgenössische Architektur sieht sich dem Prozess des Zerfalls sowie der Auflösung von urbaner Struktur und herkömmlichen Lebensweisen gegenübergestellt und ist aufgefordert, eine neue Sprache zu entwickeln. Als interessant kristallisieren sich die unterschiedlichen Möglichkeiten heraus, die diese Situation gleichzeitig nach verschiedenen Richtungen hin aufwirft. Zum jetzigen Zeitpunkt sind die Probleme der Städte wichtiger als die der Architektur. Architektur muss ihren Schwerpunkt von der Beschäftigung mit der Form des einzelnen auf eine Rekonfiguration von gesamten Stadtbildern verlagern. Wenn es gilt, Tradition zu bewahren, dann nicht nur ihrer selbst willen, sondern um ein Stück verrutschte Zeit wieder zu verankern, und herauszufinden, wie eine traditionelle Lebensweise mit dem tatsächlichen Leben der Stadt und des regionalen Umfelds verbunden werden kann. Die Hauptaufgabe der zeitgenössischen chinesischen Städte ist es, eine Grundstruktur für das Leben in einer lokalitätsspezifischen Welt wiederzuerschaffen. Als Antwort zu der rasanten Abfolge von Abrissen und Neubauten muss eine erneuerbare Bauweise geschaffen werden, ein Modell, das sich der Zeit anpassen und sich mit ihr verändern kann, um eine experimentelle Methode zu entwickeln, die auf unsere Städte und darüber hinaus anwendbar ist.


19:30 - 20:30 Uhr
MLADEN JADRIC
Geboren 1964; Architekturdiplom Universität Sarajevo; Doktoratsstudium an der TU Wien; Staatspreis für Experimentelle Architektur; seit 1997 Gastprofessor/Lehrtätigkeiten an diversen Universitäten in Europa, USA, Australien, China und Wien, 1996 - 2002 Partnerschaften mit BUS Architektur, EXIT-Network
urbanFish–architects, seit 2002 Mladen Jadric Architekten; Koordinator des Austauschprogramms zwischen der TU Wien, Fakultät für Architektur und Raumplanung und China.
Ausgewählte Projekte: Wohngebäude Welingergasse, Wien, 2004-2007; Umbau Hotel „Alga 09“, Wien, 2005-2007; Hotel „Alga 810“, Wien, 2006-2008; Mariazeller Akademie, 2005-2006; Einfamilienhaus WP Klosterneuburg, 2005-2007; Architektenpavillon, Haus der Architektur, Sarajevo, BiH 2004; GO EAST- Architekturkaffeehaus, Alpbach, Tirol / Az W, Wien, 2003; MEGAdiwan, Künstlerhaus 2002;
Mobile Ausstellung: „School of Architecture“ mit Manfed Berthold, Wien 04, 2001; MET – Center of Advanced Technology, Sarajevo, BiH 2003; Graphisoft Conference Center, Budapest, Ungarn 2002

ÖSTERREICHISCH-CHINESISCHE ARCHITEKTUR- SOMMER- WORKSHOPS,
„MADE IN CHINA“
Seit einigen Jahren pflegt die Technische Universität Wien, Fakultät für Architektur und Raumplanung, eine enge Kooperation mit mehreren Architekturfakultäten in China: Tongji University, Shanghai, South-East University in Nanjing, University of Hong Kong und Shenzhen University, College of Architecture and Civil Engineering. Diese Treffen sind immer begleitet von Exkursionen und Vorträgen namhafter Architekten und Professoren aus China und Österreich. Als Höhepunkt dieser Kooperation zwischen den Universitäten findet seit 2004 jedes Jahr ein gemeinsamer Projektworkshop statt: „Made in China“, geleitet durch Prof. Semsroth und Ass. Prof. Jadric von der TU Wien. Das Ziel dabei ist, mit der Problematik der „Hochgeschwindigkeitsentwicklung“ der Chinesischen Städte und mit städtebaulichen Fragestellungen Chinas vertraut zu machen sowie ein Verständnis für die unterschiedlichen kulturellen und professionellen Rahmenbedingungen der beiden Länder zu erlangen. Die Auseinandersetzung mit der Komplexität der Anforderungen und Problematik des nachhaltigen Bauens steht im Vordergrund. Die Resultate und Vorschläge werden in der Regel in Form einer Ausstellung und Broschüre dem direkten Entscheidungsträger und einem breiteren Publikum präsentiert.


 

15. Wiener Architekur Kongress
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