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Architekturen der Freizeit

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Erscheinungsjahr: 2005

Texte aus dem 13. Wiener Architektur Kongress
Architekturen der Freizeit. Leisure Spaces
136 S. zahlr. Abb.

Architekturen der Freizeit
Wurde der Begriff „Freizeit“ traditionellerweise als Gegenpol zur „Arbeit“ verstanden, so scheint sich heute dieses Verhältnis zu wandeln. Die arbeitsfreie Zeit galt als Erholungszeit, die von der erwerbstätigen Gesellschaft zur Regeneration genutzt wurde.

Die Entstehung der so genannten „Erlebnisgesellschaft“, in der sich das Individuum nicht mehr ausschließlich durch die Arbeit definiert, sondern durch Konsum und stark diversifizierte Angebote der Freizeitindustrie seine Persönlichkeit selbst erschaffen kann, eröffnet der „freien Zeit“ neue Funktionen. Die Motive für eine solche Verschiebung sind vielfältig, sie mögen darin liegen, dass der Mensch heute mehr arbeitsfreie Zeit zur Verfügung hat als je zuvor, und dass er seinen oft ereignis- und risikolosen Arbeitsalltag in der Freizeit kompensieren muss. Die in Zukunft unausweichliche neue Gewichtung der Erwerbslosigkeit wird aufgrund ökonomischer Zwänge wiederum zu neuen Bedeutungsverschiebungen der freien Zeit jenseits des Konsums führen müssen.

Die Identitätsbildung durch Konsum im weitesten Sinn hat eine Industrie hervorgebracht, deren Auswirkungen auf die gebaute Umwelt unübersehbar sind und wichtige Aufgaben für die Architekten und Planer darstellen.
Große Einkaufs- und Unterhaltungszentren werden ebenso wie die Stadien ans Stadtrandgebiet ausgelagert und bilden dort die isolierten Festungen für kontrollier- und steuerbare Sport- und Ereigniswelten. Andernorts entstehen neue Stadtgefüge, die – als Erlebnis- und Shoppingzentren großmaßstäblich geplant –, dem Ort ein völlig neues Gesicht geben und diesen im günstigsten Fall neu beleben. Selbst die klassischen Stätten der „Erholung“ werden mit Mehrwert aufgeladen: Der Badeurlaub dient der „Wellness“, die Hotels werden zu Themenparks oder von Feng-Shui-Beratern spirituell optimiert. Natur wird Teil der Architektur, und falls nicht vorhanden, künstlich in biosphärischen Gefäßen erzeugt.

Die baulichen Bedürfnisse der Freizeitindustrie waren immer schon wichtige Themen in der Architektur, allerdings stand lange Zeit das Erlebnis im Vordergrund, Objekt und Hülle wurden selten thematisiert. Eine neue Verschmelzung von Stadt und Natur, von Urbanem und Bukolischem, von Vorhandenem und aus filmischen Szenarien Entlehntem erzeugt heute neue Erlebniswelten. Der 13. Wiener Architektur Kongress zeigte neue Beispiele, wie die Architektur von der Hülle zum eigenständigen Gerät, zum Instrument der Freizeit und der Sehnsuchtsproduktion mutiert. Selbst ausgestellt, und nicht mehr nur Bühne allein. Im vorliegenden Heft finden Sie nun die ersten vier Kongressbeiträge, angefangen von der Geschichte der Freizeit von Klaus Thien über Branding- und Vermarktungsstrategien der Weltkonzerne, Auto- und alpinen Tourismuswelten von Frank Roost und Michael Zinganel bis zur Science-Fiction-Erzählung von „Scripted spaces“ von Norman M. Klein und der Outdoor-Shopping-Welt „The Grove“ von Dorit Margreiter. (Isabella Marte)

Inhalt
007 Isabella Marte: Architekturen der Freizeit
011 Klaus Thien: Die Geschichte der Freizeit
045 Frank Roost: Autostadt Wolfsburg – Von der
Arbeiterstadt zum Themenpark
075 Norman M. Klein: The Grove; Fotos: Dorit Margreiter
089 Michael Zinganel: Alpine Erlebnislandschaften.
Von der Tourismusindustrie in den Tiroler
Dienstleistungsalltag
097 Martin Fritz: Hintertux
135 AutorInnen dieser Ausgabe

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