Architekturzentrum Wien  
 

 
 
Hintergrund 22

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136 Seiten, 11 ganz-/doppelseitige farbige Abbildungen
Sprache: Deutsch
Verlag: edition selene, 2004 Wien
Herausgeber: Architekturzentrum Wien

„KANN DIE ARCHITEKTUR DEN PLANETEN ERDE RETTEN, ODER AUCH NUR DAS ÜBERLEBEN DER MENSCHHEIT SICHERN?“ lautete eine unserer kühnen Kernfragen im Programmtext zum 11. Wiener Architektur Kongress mit dem Titel "Intelligent Realities. Worauf bauen im 21. Jahrhundert". Dabei hatte nicht der Autor der Frage, Dietmar Steiner, T. C. Boyles unbedingt empfehlenswerten und großartigen Roman Ein Freund der Erde als weltverbesserungsmotivierende Sommerlektüre genossen, sondern die Autorin dieser Zeilen. Nun muss man Science-Fiction Romane nicht unbedingt für bare Münze nehmen, und als einzige Basis für ein Vortragsprogramm im Feld der Architektur taugen sie nicht.

Hier kam uns Paul Feyerabend, der in den achtziger Jahren durch seine freimütige Parole des „Anything goes“ als quasi Kriegserklärung gegen den in großen Teilen der Wissenschaft zur Doktrin gewordenen Zwang zur rationalistischen Methodik kurzfristig zum Guru des postmodernen Pluralismus geworden war, gerade recht:

"Man gibt im Allgemeinen zu", schreibt er in der Einleitung seines 1980 erschienenen Buches "Freie Erkenntnis für freie Menschen", "dass eine demokratische Gesellschaft nicht den Institutionen überlassen werden darf, die sie enthält; sie muss diese Institutionen überwachen und kontrollieren. (...) Wie beurteilt ein Bürger die Vorschläge der Institutionen, die ihn umgeben, von seinem Geld leben und sein Dasein verunstalten, und wie beurteilt er diese Institutionen selbst? Er braucht Maßstäbe und Kriterien. Aber welche Maßstäbe wird er wählen? (...) In einer freien Gesellschaft verwendet ein Bürger die Maßstäbe der Tradition, der er angehört."

Für das vorliegende Heft greifen wir fünf exemplarische Positionen aus dem dreitätigen Vortragsprogramm heraus. Auf der Suche nach neuen Maßstäben und Kriterien, die einer Tradition der Moderne entspringen, einer Tradition, die im Wesentlichen auf einem unerschütterlichen Glauben an Fortschritt und Wachstum basiert, stießen wir zunächst auf die Arbeit des Soziologen Gerhard Schulze.

Sein Vortrag "Wohin bewegt sich die Moderne", eine Auskoppelung aus seinem aktuellsten Buch "Die beste aller Welten" bildet eine theoretische Ausgangsbasis für die weitere Diskussion über utopische Konzepte in der kulturellen Produktion, welche Dietmar Steiner im Rückblick auf die österreichische Architektur der sechziger Jahre darlegt.

Der Architekt Vicente Guallart findet diese in einer abgetragenen Berghälfte im Süden Spaniens, die er wieder aufbauen wird, wobei die Meinungen über den utopischen Gehalt der Füllung dieses Gebäudes – Hotel, Entertainmentbereich, Shoppingmall und Erlebnisbad – etwas auseinander gehen.

Jan Kaplickys Meditationen über die inspiratorischen Quellen seiner Arbeit sind auf den Bildseiten nachzuvollziehen. Wir beschränken uns hier auf eine Auswahl von 12 "slides" aus seinem Vortrag mit dem Titel "360 slides".

Wer nun meint, dass das Genre "Science Fiction" auf die Frage nach dem Überleben der Menschheit keine Antwort parat hat, der irrt. Der Filmtheoretiker Drehli Robnik weist in seinem Vortrag „Flexibel in Trümmern. Was aus Städten werden kann, wenn das Blockbuster-Kino sie durchsieht und umbaut“ klar und deutlich nach, wo die Zukunft des Wohnens (f)liegt.
Anything goes also durchaus.

Weiters im Heft: Ein Rückblick auf die von Oliver Schürer konzipierte Veranstaltungsserie MIXED REALITY IM VIRTUAL DSCHUNGLE.

Crystal Clear spießt sich am Geruch von Schokolade und MOBA fröhnt diesmal gnadenlos dem Machismo und kramt dafür die grauenhafteste Szene aus dem grauenhaftesten Film EVER aus der Versenkung.

Dass die inflationäre Verwendung des Wortes "Launch" in jüngerer Zeit zum Niedergang eines gesamten aufstrebenden Wirtschaftszweigs geführt hat, wäre eine etwas verwegene These. Man soll allerdings die Macht der Sprache nicht unterschätzen. Ich kann nun zweifelsfrei belegen, dass die vollmundige Ankündigung eines "Re-Launches" umgehend bestraft wird. Gestört ist bis auf weiteres auch mein Verhältnis zu den beiden Worten "Grafik" und "Design", weshalb ich hier also in aller Bescheidenheit die Kurskorrektur erwähnen möchte, die wir im Erscheinungsbild des Heftes vorgenommen haben, – ich hoffe, es gefällt Ihnen jetzt so gut wie uns, diese Linie behalten wir nun wieder ein Weilchen bei – sowie den kleinen, feinen Verlag edition selene, der Hintergrund ab sofort im deutschsprachigen Buchhandel vertreiben wird.
Isabella Marte


Inhaltsverzeichnis Hintergrund 22
007 Vorwort
013 Gerhard Schulze: Wohin geht die Moderne, aus: Die beste aller Welten
045 Dietmar Steiner, 60ies Experimental
057 Drehli Robnik, Flexibel in Trümmern
061 Vicente Guallart, Intelligent Realities
102 Jan Kaplicky: 12 out of 360 slides
106 Mixed Reality im Virtual Dschungel: sonntags und mittwochs von Oliver Schürer
119 Franz E. Kneissl: MOBA
125 Crystal Clear
130 Biografien
134 Impressum

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