Architekturzentrum Wien  
 

 
 
a_schau. Österreichische Architektur im 20. und 21. Jahrhundert
2. Etappe

Pressekonferenz: Mittwoch, 15. September 2004, 11:00 Uhr
Eröffnung: Mittwoch, 15. September 2004, 19:00 Uhr
Ausstellung: ab 16. September 2004
Öffnungszeiten:Täglich 10:00 - 19:00 Uhr, mittwochs 10:00 - 21:00 Uhr

PRESSETEXT
ZUR AUSSTELLUNG
Die erste Etappe der Ausstellung "a_schau. Österreichische Architektur im 20. und 21. Jahrhundert” wurde im März 2004 erfolgreich eröffnet und seither von Tausenden WienerInnen, Architekturinteressierten und TouristInnen besucht. Wegen des großen inhaltlichen Spektrums wird die a_schau in 10 Themenschwerpunkte gegliedert, sukzessive in 3 Etappen eröffnet und in der Folge als lebendiges Schaufenster zur österreichischen Architektur und als Wissenswerkzeug dauerhaft im Architekturzentrum Wien zu sehen sein.
Das in der ersten Etappe erarbeitete ideelle Fundament der österreichischen Architekturgeschichte, das den Zeitraum 1850-1918 thematisiert, wird ab September in leicht komprimierter Form weiterhin in der Ausstellung präsent sein, zugleich aber um die Themen Rotes Wien, Landschaft, Macht und Wiederaufbau und somit um die Zeit von 1919-1958 erweitert.
Die chronologische Abfolge bestimmter Phasen der Architekturentwicklung in Österreich wird dadurch inhaltlich gefasst und unter bestimmten thematischen Gesichtspunkten beleuchtet. Ausgehend vom "Prolog" der ersten Etappe und dem Aufstieg Wiens zur imperialen Großstadt werden in der zweiten Etappe der Ausstellung die zahlreichen sozialpolitischen Umbrüche und kulturellen Identitätsfindungen der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts in der gebauten Realität des Landes kenntlich. Im Spannungsfeld zwischen Machtgestus, sozialpolitischem Experiment, der "Eroberung" alpiner Landschaftsräume und dem faktischen wie symbolischen Wiederaufbau nach 1945 wird anhand exemplarischer Projekte der spezifische Beitrag österreichischer Architektur zur internationalen Baugeschichte ersichtlich.

DIE THEMEN DER 2. ETAPPE
Rotes Wien: knüpft inhaltlich direkt an die Zeit des Prologs an. Wien ist nach dem Niedergang der Monarchie ab 1919 die erste Millionenstadt unter sozialdemokratischer Verwaltung und sorgt mit seinem kommunalen großmaßstäblichen Wohnbau-Programm weltweit für Beachtung. Neben den zahlreichen Gemeindebauten werden - unter Berücksichtigung der Qualitäten des vorhandenen städtischen Gefüges - auch soziale Einrichtungen wie städtische Bäder und Kindergärten geschaffen.

Landschaft: Die Landschaft als symbolisches Konstrukt spielt für das Selbstverständnis Österreichs eine ebenso große Rolle wie für die vom Tourismus geprägte Fremdwahrnehmung. Die Adaption der Natur durch das Bauen kann dabei als symbolische Landnahme gesehen werden. Infrastrukturprojekte zur Erschließung von Landschaft stehen hier neben architektonischen Inszenierungen des scheinbar Naturgegebenen, der Topographie.

Macht: Neben dem massiven sozialpolitischen Abbau ist die Bezugnahme der Einheitspartei unter Engelbert Dollfuß auf die katholische Soziallehre prägend für die Zeit und ihre gebaute Realität. Unzählige Kirchenneubauten werden zum Vehikel einer programmatischen Rechristianisierung, das "heimatbewusste” Anknüpfen an altösterreichische Traditionen bestimmt das ikonografische Programm der Architektur. Mit dem Einmarsch Hitlers 1938 in Österreich erreicht die Politik der Vertreibung und Verfolgung eine neue totalitäre Dimension. Aus Wien stammen einige der wichtigsten Protagonisten der Architektur der Moderne, die meisten von ihnen werden aus Österreich vertrieben. Der Machtgestus der Architektur bekräftigt vor allem in Linz den politischen Führungsanspruch des Regimes.

Wiederaufbau: Unmittelbar nach Kriegsende hat Österreich einen enormen Wohnbedarf zu decken, rasches Handeln und Wirtschaftlichkeit werden zunächst zu den Hauptkriterien für das Bauen. Neben dem von Franz Schuster entwickelten Wiener Schnellbauprogramm können im Rahmen des "Zukunftsprogramms” auch erste Signale des optimistischen Wiederaufbaus gesetzt und architektonische Neuansätze erprobt- werden - es macht sich eine nachrückende Architektengeneration bemerkbar, die den aufkeimenden Bauwirtschaftsfunktionalismus kritisiert und in der Welt des Bauens nach neuen Wegen sucht.

66 Projekte aus diesen Themenbereichen erweitern ab September 2004 die Ausstellung und werden anhand von Plänen, Dokumenten und Fotos aus der Zeit in ihrer historischen Entwicklung facettenreich präsentiert. Damit wird das österreichische Baugeschehen nicht lückenlos, sondern pointiert und nach bestimmten inhaltlichen Schwerpunkten gewichtet, einem breiten Publikum näher gebracht. Eigens editierte Filmtrailer weisen über den zeitlichen Rahmen von 1850 – 1958 hinaus, die Zeitschiene, eine übersichtliche Chronologie entlang den Ausstellungswänden stellt das architektonische Schaffen Österreichs in einen breiteren kulturellen Kontext. Der erste Teil der "Kleinen Geschichte des Wohnens" (derzeit bis 1960) bleibt als spezifischer, alltagsnaher Themenstrang weiterhin in der Ausstellung präsent.

AUSSTELLUNGSGESTALTUNG
Speziell für die a_schau wurde vom Design Studio Walking-Chair unprätentiöses Werkstatt-Ambiente entwickelt, welches basierend auf einem simplen h-Modul aus gebogenem Stahlblech auf die verschiedensten Displayerfordernisse reagiert.

Ein lebendiges und diversifiziertes Rahmenprogramm wird die a_schau begleiten: a_film schau zur österreichischen Architektur des 20. und 21. Jahrhunderts / a_schau+ Führungen durch die Ausstellung und zu Beispielen im Stadtraum / Workshops für Kinder, Jugendliche und Schulklassen.

Eröffnung 3. Etappe (1958-jetzt) im Herbst 2005:
06 INTERNATIONAL I 07 SYSTEM I 08 UTOPIE I 09 COLLAGE I 10 GEGENWART

Kuratorinnen: Gabriele Kaiser, Monika Platzer (Projektleitung)
Wissenschaftliche Mitarbeit: Sonja Pisarik, Ute Waditschatka
Kurator Film: Helmut Weihsmann


© Foto: Margherita Spiluttini 

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Galerie:
Pressebilder zur 2. Etappe der a_schau


Termine:
a_schau 2. Etappe


Information:
Ines Purtauf
Telefon: +43 (1) 522 31 15 - 25
Fax: +43 (1) 522 31 17
E-Mail: purtauf@azw.at

 
 
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